10.06.2010 Mentoren sind weiterhin aktiv Berufsdienstprojekt "Hilfe für Hauptschüler" Lesen Sie den aktuellen Bericht des Berufdienstes über unser Projekt "HIlfe für Hauptschüler
Berufsdienstprojekt des
Rotary Clubs Einbeck – Northeim
Berichterstattung
am 11. Mai 2010
Hilfe für
Hauptschüler
Beratung und Betreuung von
Jugendlichen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz
Eigentlich ist es nicht zu
verstehen, auf der einen Seite sucht die Wirtschaft in bestimmten Berufen und
in vielen Regionen Deutschlands dringend Auszubildende und auf der anderen
Seite finden viele Jugendliche keinen Ausbildungsplatz. Die Wirtschaft sieht
den Hauptgrund für diese Situation in der fehlenden Qualifikation der
Jugendlichen. Die Gründe für die entstandene Problematik sind vielfältig.
Der Rotary Club Einbeck -
Northeim versucht seit 2007/
2008 mit Hilfe des oben
genannten Berufsdienst-Projektes, Jugendliche aus neunten und zehnten Klassen
der Hauptschule beim Übergang von der Schule in die Berufsausbildung zu
unterstützen. Es gibt in diesen Klassen, trotz häufig geäußerter gegenteiliger
Meinung, eine Menge Schüler, die ernsthaft einen Ausbildungsplatz suchen, denen
dies aber nicht gelingt. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um
leistungswillige und lernbereite Schülerinnen und Schüler, die den Hauptschul-
oder Realschulabschluss in der Geschwister – Scholl – Schule in Einbeck bzw.
der Gerhard – Hauptmann – Schule in Northeim anstreben.
In Gesprächen mit den
Schulleitungen haben wir unser Projekt vorgestellt. An den Sitzungen waren auch
die Lehrerinnen und Lehrer der betroffenen Klassen beteiligt. Unser Konzept
„Hilfe für Hauptschüler“ fand und findet die volle Unterstützung der Schulen.
Die Auswahl der Schülerinnen und Schüler für dieses Projekt erfolgt
grundsätzlich durch die Schulen. Dabei sucht die Northeimer Schule die
motiviertesten und leistungsstärksten Jugendlichen aus und schickt sie in unser
Projekt. - Die Einbecker Schule ging zunächst einen anderen Weg. Sie stellte es
den Schülern der Klassen frei, das Betreuungsangebot des Rotary – Clubs
anzunehmen und ergänzte die Gruppe dann mit „Problemschülern“. Dieses Verfahren
war nur bedingt tauglich und hat uns viel Kraft und Zeit gekostet. Abweichend
von diesem Vorgehen warben im letzten Jahr zwei Schülerinnen, die wir
erfolgreich betreut hatten, für unser Projekt in den neuen 10. Klassen. Es
meldeten sich daraufhin zwölf Jugendliche. In einem Auswahlgespräch suchten wir
die sieben geeignetsten Schülerinnen und Schüler aus.
Das Projekt sieht vor,
dass Freunde des Clubs sich bereit erklären, Jugendlichen der Hauptschule bei
der Suche nach einem Ausbildungsplatz zur Seite zu stehen. Sie unterstützen die
Jugendlichen bei der Berufsfindung, geben Anregungen zu den
Bewerbungsunterlagen und Hinweise, wie und wo man freie Ausbildungsplätze
sucht. Sie schlagen u.a. vor, ggf. das Berufsspektrum zu erweitern, weisen auf
die Notwendigkeit von Betriebspraktika hin, fordern die Jugendlichen immer
wieder auf, sich zu bewerben, machen ihnen Mut, trotz Absagen oder fehlender
Reaktionen auf die Bewerbungen, in keinem Fall die Suche aufzugeben und die
Aktivitäten einzustellen. Die Mentoren unterstützen die Jugendlichen, stärken
ihr Selbstwertgefühl und üben Bewerbungssituationen. Wichtig ist, dass Mentor
und Schüler ein positives Verhältnis zueinander haben und sich ein
Vertrauensverhältnis entwickelt.
Als besonders hilfreich
haben sich Betriebspraktika erwiesen. Sie bereiten nicht nur auf das Berufleben
vor, sie geben auch Hilfen für die Berufswahl und sie führen ggf. zu einem
Ausbildungsplatz. Die Jugendlichen sollten neben dem verpflichtenden
Betriebspraktikum diese Möglichkeiten auch in den Ferien nutzen. Viele
Ausbildungsverhältnisse sind auf diese Weise zustande gekommen. Während bei der
Berufswahlentscheidung und bei der Wahl der Ausbildungsbetriebe aus
verständlichen Gründen von uns kein Einfluss ausgeübt werden sollte, kann bei
der Vermittlung eines geeigneten Praktikumplatzes der Mentor den Schüler
durchaus tatkräftig unterstützen.
Den Schülerinnen und
Schülern wird empfohlen, falls sie bis Ende des Kalenderjahres keine Zusage für
einen Ausbildungsplatz haben, sich rechtzeitig – bis Mitte Februar - um einen
Platz in einer beruflichen Vollzeitschule zu bewerben. Die Erfahrungen zeigen,
dass ein höherwertiger oder ein berufsqualifizierender Abschluss die Chancen
auf einen Ausbildungsplatz erheblich verbessern kann. Grundsätzlich gilt, wer
z.B. keinen Hauptschulabschluss besitzt, sollte einen entsprechenden Bildungsgang
wählen, in dem er diesen nachholen kann. Ähnliches gilt für einen Hauptschüler,
der den Realschulabschluss und für einen Realschüler, der dann den erweiterten
Sekundarabschluss I oder die Fachhochschulreife anstreben sollte.
Im Dezember 2009 haben wir
erstmals den Schülerinnen und Schülern, die wir betreuen, ein
Bewerbungstraining angeboten. Das sechsstündige Seminar (Fr. von 15.00 h -
18.00 h und Samstag von 9.00 h – 12.00 h) hat der Leiter der „Ländlichen
Erwachsenenbildung“ durchgeführt. Inhalt des Seminars waren u. a. Lebenslauf
(Struktur, Aufbau, Inhalte, Foto), Bedeutung der Sozialkompetenzen für das
Arbeitsleben und Hinweise zum Vorstellungsgespräch (äußeres Erscheinungsbild,
inhaltliche Fragestellungen und die Durchführung von Vorstellungsgesprächen im
Rollenspiel). In einem Gespräch mit den Seminarteilnehmern antwortete ein
Schüler auf meine Frage, was er gelernt habe: „Ich weiß jetzt, dass ich mich
auf drei Fragen vorbereiten muss: 1. Warum bewerbe ich mich in diesem Betrieb?
2. Warum will ich diesen Beruf erlernen? und 3. Was machen ich in meiner
Freizeit?“
Neben den Einzelgesprächen
zwischen Mentor und Schüler schätzen die Jugendlichen auch die Gespräche im
Plenum. Dabei geht es ihnen um den Gedankenaustausch und die Erfahrungen, die
bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz gemacht wurden. Auch an die
Einbeziehung der Eltern ist bei diesem Projekt zu denken. Grundsätzlich muss
die Schule schriftlich oder mündlich, z.B. auf einem Elternabend, über unser
Projekt informieren. Auch hat es sich als sinnvoll herausgestellt, beim ersten
Mentor - Schüler – Gespräch mindestens einen Erziehungsberechtigten
hinzuzuziehen.
Von den 12 Schülerinnen
und Schülern des von uns betreuten Jahrgangs 2009/2010 haben z.Z. vier
Jugendliche einen Ausbildungsplatz gefunden. Zwei weitere Jugendliche habe sehr
gute Aussichten, einen Platz zu erhalten. Ein Schüler wird die Hauptschule
weiter besuchen, die restlichen werden in die berufsbildenden Schulen wechseln,
um einen höherwertigen bzw. einen berufsqualifizierenden Abschluss zu erwerben.
Einige werden weiter von den Mentoren betreut. Wir hoffen, dass auch diese
Jugendlichen zum Herbst 2011 einen
Ausbildungsplatz finden werden.
Als Anmerkung ist zu
sagen, dass die Phase der Gespräche zur Berufsfindung, die Mitwirkung bei den
Bewerbungsschreiben, die Durchsicht der Bewerbungsmappe und die vielen
pädagogischen Gespräche mit den Schülern erfolgreich waren. Was wir jedoch von
den Schülern im verstärkten Maße fordern müssen, ist das Schreiben von
Bewerbungen. Wer sich nicht bewirbt, hat auch keinen Chance einen
Ausbildungsplatz zu erhalten. Wir müssen den Schülern deutlich machen, dass es
in bestimmten Berufen heute üblich und notwendig ist, 20 bis 30 Bewerbungen
abzusenden. Unsere Schüler haben sich in der Regel auf einige wenige
Bewerbungen beschränkt. Uns ist bewusst, dass dies mit einem erheblichen
Arbeitsaufwand und mit Kosten für die Schüler verbunden ist. Aus diesem Grunde
sollten alle Bewerbungsunterlagen, wie Bewerbungsschreiben, Lebenslauf mit Foto
sowie Zeugnisse im Computer gespeichert sein, damit der Schüler ohne große
Mühen, die Unterlagen ausdrucken und versenden kann. Denkbar ist es auch bei
Bewerbungen in Großbetrieben, bei Berufen mit hohem EDV-Anteil oder wo dies
ausdrücklich gewünscht wird, Unterlagen online zu versenden. Auf diese Art und
Weise lassen sich Zeit und Geld sparen.
Die Mentoren wurden in
einem kleinen „Seminar“ auf ihre Aufgaben vorbereitet.
Insgesamt haben an unserem
Projekt bisher folgende Freunde als Mentoren mitgewirkt: Klaus Ahrens(3),
Steffen Bahr(2), Manfred Bartels(2),
Alexander Coenen(3) ,Dirk Habermalz
(2), Nils Hasenbeck (1) ,
Klaus-Heinrich Herbst (3), Wolfgang
Hermann (3), Wulfhard von Heyden(1), Rolf Hüter(3),
Joachim Köstens(3), Guido Mönnecke(2), Andreas Oppermann mit Gattin(1),
Joachim Piep(2), Hans Walter Rusteberg(3),
Georg Schlüter(1), Werner Stieger(2)
und Werner Volk(3). An dieser Stelle möchte ich allen Freunden recht herzlich
für ihren Einsatz in diesem Projekt danken. Es waren nicht immer einfache
Fälle, die wir betreut haben. Auch der Zeitaufwand war sehr unterschiedlich.
Der Erfolg ist auch nicht immer so messbar. Es geht einem manchmal wie den
Lehrern: Ist ein Schüler erfolgreich, lag es an seinen Anlagen, seiner
Begabung. War ein Schüler nicht erfolgreich, lag es am Lehrer bzw. am Mentor. -
Einige Freunde wie z.B. Manfred Bartels,
Guido Mönnecke, Klaus-Heinrich Herbst, Georg Schlüter
haben in der Zwischenzeit andere Funktionen im Club übernommen und sind aus
diesem Projekt ausgeschieden. Da unser Freund Manfred Bartels
darum gebeten hat, dass das Berufsdienstprojekt „Hilfe für Hauptschüler“ auch
in 2010/ 2011 weiter geführt wird, bitten wir, Nils Hasenbeck
und ich, um Ihre/Eure Unterstützung. Die meisten der oben genannten Freunde
sind bereit, auch im Schuljahr 2010/2011 einen weiteren Jugendlichen zu
betreuen. Trotzdem wären wir sehr glücklich, wenn sich weitere Freunde melden
würden, damit wir auch im Jahr 2010/2011 dieses Projekt erfolgreich
weiterführen können.
Rudolf Schudrowitz
Donnerstag, 10. Juni 2010/web380
Letzte Änderung: 26.08.10/web380